Landtagswahl-Spezial, Klappe die 2.

Am 10. März luden wir schließlich zu unserem zweiten Online-Gespräch mit Landtagskandidaten und -kandidatinnen für den Rhein-Neckar Kreis. Zu Gast waren Hermino Katzenstein (MdL) für die Grünen im Wahlkreis Sinsheim, Sebastian Cuny für die SPD im Wahlkreis Weinheim, Anja Boto Rodriguez für die CDU im Wahlkreis Heidelberg, und Zara Kiziltas in Vertretung für die Landesvorsitzende Sahra Mirow für die Linke im Wahlkreis Heidelberg. In der Vorstellungsrunde machten die Anwesenden deutlich, dass Menschen mit Behinderung fester Bestandteil der Gesellschaft sein und dieselben Chancen haben müssen. Für Anja Boto ist es bezüglich der Inklusion zweitrangig, für welche Partei man stehe. Der Austausch am Abend mit uns Menschen mit Behinderung sei ein großes Stück Inklusion, da unsere Belange in der Öffentlichkeit gehört werden müssten. Ganz unserer Meinung, denn sonst entstehen auch keine strategischen Lösungsansätze und Verbesserungen. Zara Kiziltas betonte, wie wichtig für uns Menschen mit Behinderung Selbstbestimmung sei und die Tatsache, nicht über uns, sondern mit uns zu sprechen.

In Bezug darauf äußerte sich Hermino Katzenstein recht positiv in Bezug auf das Bundesteilhabegesetz, das den Paradigmenwechsel vom Betreuungsgedanken zur selbstbestimmten Teilhabe vollzogen habe. Natürlich sei man noch auf dem Weg und es gebe noch sehr viel zu tun, aber die Richtung stimme. Auch würden einige Gelder dafür in die Hand genommen. Weiter führte er aus, dass Politik zusammen mit Kostenträgern und Verbänden Baden-Württemberg ein Verfahren auf den Weg gebracht habe, dass die Bedarfe individuell feststelle. Ziel sei es, im ganzen Land gleichwertige Lebensverhältnisse für alle zu schaffen. Frau Kiziltas wies abschließend darauf hin, dass der Kostenvorbehalt* für arbeitende Menschen mit Behinderung, die Assistenz bekommen, nach wie vor eine sehr große Benachteiligung gegenüber allen anderen in der Gesellschaft darstellen.

*d.h. Menschen mit Behinderung müssen sich je nach Einkommen finanziell an den Assistenzkosten beteiligen.

Es ist schon viel passiert in Richtung Inklusion, aber es muss noch mehr passieren!

Wie schon in der ersten Gesprächsrunde sahen es auch in der zweiten Runde alle als ganz wichtig an, den barrierefreien Ausbau des ÖPNV sowie den digitalen Ausbau voranzutreiben, besonders für jene Menschen, die auf dem Land leben und nicht den Anschluss an die Städte verpassen wollen. Der barrierefreie ÖPNV ist zwar im Rhein-Neckar Kreis schon recht gut ausgebaut, es besteht aber noch Luft nach oben. Während bei den S-Bahnen schon nahezu vollständige Barrierefreiheit gewährleistet ist, geht bei den Bussen und Straßenbahnen noch ein bisschen mehr. Herr Katzenstein, seines Zeichens Verkehrsexperte, wollte schnellstmöglich herausfinden, welche Bushaltestellen in der Region noch umgebaut werden müssen. Umgehend schrieb er eine Anfrage an den Behindertenbeauftragten des Rhein-Neckar-Kreises, der recht zügig und ausführlich antwortete: das ist echter inklusiver Service!

Ein großes Problem sind auch vor allem die in Heidelberg vielfach nicht barrierefreien Facharztpraxen. Eine Änderung ist hier aufgrund der alten Bausubstanz oft nur schwer zu erreichen. Ein sinnvoller Lösungsansatz ist es, barrierefreie Ärztezentren aufzubauen, damit auch wieder mehr Wahlfreiheit entsteht. Das wird von uns als Individualhilfe auch sehr gewünscht. Alle Kandidaten und Kandidatinnen machten deutlich, dass Barrierefreiheit beim ÖPNV und bei Arztpraxen ganz wichtig sei und signalisierten, mit uns darüber gerne weiterhin Austausch bleiben zu wollen.

Barrierefreiheit von ÖPNV und Arztpraxen noch ausbaufähig

Dass die Poststellen vielfach nicht barrierefrei sind, stieß auf großes Unverständnis. Einige Kandidaten waren sich darüber gar nicht im Klaren und wollten für ihren Wahlkreis diesen Aspekt auf jeden Fall überprüfen sowie bei Bedarf für eine Änderung einstehen. Völlig unbegreiflich ist auch, dass manche Wahlräume und sogar Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung wie die noch nicht überall bekannte ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) nicht barrierefrei zugänglich sind.

In Zukunft müssten wir Barrierefreiheit bei ÖPNV, Zugang zu Ärzten und Wohnungsbau in Zukunft viel mehr mitdenken, formulierte es Daniel Al-Kayal bei unseren ersten Gespräch treffend. Ein weiterer Baustein, um unsere Gesellschaft dahin zu entwickeln, in der Unterschiede wie eine Behinderung nicht mehr wahrgenommen werden. So beschrieb es Sebastian Cuny, für den es selbstverständlich sein müsse, dass wir alle zusammen teilhaben.

Damit dies gelingt, ist natürlich auch der finanzielle Aspekt zu berücksichtigen. Wir verdeutlichten nochmals die wertvolle Arbeit der Assistenzkräfte, die jederzeit auch mal einspringen müssen, da nicht jeder Angestellte zu jedem Kunden geschickt werden kann. Es waren sich alle einig, dass diese Arbeit auch gerecht entlohnt werden muss. Dies gilt für den ganzen Pflegebereich genauso. Wenn sich dort die Bedingungen verbessern, profitieren natürlich auch wir als Individualhilfe davon.

Angemessene Entlohnung für Pflege- und Assistenzkräfte ein wichtiger Baustein

Abschließend ist festzuhalten, dass sich alle Gesprächsteilnehmer sehr interessiert und dankbar zeigen, durch uns einige Problemlagen kennengelernt zu haben. Einerseits sind Dinge wie die Finanzierung von Assistenz im Krankenhaus oft gar nicht bekannt. Auf der anderen Seite ist es für uns als Menschen mit Behinderung und Individualhilfe einen sehr gute Sache, mehr Kontakte in die kommunale Politik sowie die des Landes zu haben. Engagierte Fürsprecher in der oft so bürgerfern wirkenden politischen Ebene sind Gold wert. Herr Katzenstein, der Mitglied im Petitionsausschuss des Landtages ist, wies uns darauf hin, dass mit einer Petition ein Anliegen noch mehr Gewicht erhalte. Der Ausschuss habe so zumindest die Möglichkeit, in einer bestimmten Angelegenheit der Landesregierung einen Handlungsauftrag zu erteilen.

Übrigens: Wir gratulieren Hermino Katzenstein, Norbert Knopf, Sebastian Cuny und Jan Peter Röderer ganz herzlich zum Einzug in den Landtag und freuen uns, auch mit allen anderen GesprächsteilnehmerInnen in Kontakt zu bleiben.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Eine Landtagswahl ist enorm wichtig, da der Landtag nicht nur wichtige Entscheidungen direkt für unseren Alltag trifft-die Politiker bzw. Kandidaten sind für uns Bürger auch erreichbarer und  hören uns zu!

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Es ist das Gebot der Stunde, dass sich die politische Ebene um alle! Bürger gleichermaßen kümmert und damit Inklusion vorlebt.

Landtagswahl Baden-Württemberg 2021 aus inklusiver Sicht

Wir vom Verein Individualhilfe für Schwerbehinderte e.V. hatten die Landtagskandidaten aus dem Rhein-Neckar-Kreis an zwei Abenden zu einem Online-Gespräch eingeladen. Dabei wollten wir über uns wichtige Themen mit den Politikern sprechen, ihre Haltung und Expertise dazu hören und sie nicht zuletzt für unsere Belange zu sensibilisieren. Wir sprachen über die Themenbereiche Politik/Teilhabe, Barrierefreie Teilhabe sowie Arbeit und Bildung. Bereits am 8.3.2021 hatten wir fünf spannende Persönlichkeiten zu Gast, die sehr interessiert und sehr sachlich auf unsere Fragen eingingen. Das waren die Kandidaten vom Wahlkreis Wiesloch Norbert Knopf für die Grünen und Andrea Schröder-Ritzrau von der SPD, die Kandidaten vom Wahlkreis Sinsheim Jan-Peter Röderer für die SPD und Marco La Licata für die Linke sowie vom Wahlkreis Heidelberg Daniel Al-Kayal wiederum für die SPD.

Alle Kandidaten in der ersten Runde haben durch ihre Familie oder ihre politische Arbeit schon einen Einblick in das Thema Behinderung und Pflege bekommen, Jan-Peter Röderer etwa durch seinen pflegebedürftigen Bruder, Norbert Knopf durch seinen beatmungspflichtigen Vater und Daniel Al-Kayal ebenfalls durch seinen brasilianischen Vater, der mit MS lebt und auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Marco La Licata hat einen Onkel, der nach einem Schlaganfall pflegebedürftig worden ist und seine Mutter arbeitet als Krankenschwester bei einer ambulanten Pflegedienst. Dadurch bekommt er einiges mit über die teils schwierigen Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung. Die einzige Frau im Bunde, Andrea Schröder-Ritzrau ist durch ihre Mitarbeit im technischen Ausschuss des Gemeinderates, der sich auch um Barrierefreiheit kümmert, ebenfalls mit dem Thema Behinderung und Inklusion in Berührung. Außerdem hatte sie früher als FSJlerin wertvolle Erfahrungen in der Behinderungsarbeit gesammelt.

Bundesteilhabegesetz im Fokus

Das komplizierte Thema Bundesteilhabegesetz (BTHG) und die Hoffnungen, die Menschen mit Behinderung darauf setzen-vor allem Bürokratieabbau-hatte zunächst etwas Erklärungsbedarf. Aus Sicht von Herrn Knopf ist das Teilhabegesetz nicht wirklich zielführend, da es bislang zu keinerlei Vereinfachung gekommen ist. Er habe den Eindruck, dass in Berlin nicht viel dafür gemacht werde, die alten Strukturen von verschiedenen Zuständigkeitsbereichen bei den Kostenträgern aufzubrechen. Jeder hat nur seinen Topf und seinen Bereich vor Augen, den er verantwortet. Die beteiligten Gesprächspartner kamen nach einer munteren Diskussion auf einen gemeinsamen Nenner: Zum einen brauchen wir „Kümmerer“, die sich mit komplizierten Sachverhalten auskennen und an den Schnittstellen sitzen, wie Frau Schröder-Ritzrau anmerkte, zum anderen wäre eine Vereinfachung des Systems für alle Gesprächsteilnehmer sehr wünschenswert. Marco La Licata schlug den Bogen zur aus seiner Sicht notwendigen Reform der Pflegeversicherung. Er möchte sich wie die anderen Kandidaten von SPD und Grüne auch für eine einheitliche Bürgerversicherung einsetzen, in die alle Bürger ohne Ausnahme einzahlen und nicht den Sonderweg der Privatversicherung gehen können.

Assistenz im Krankenhaus

Weiter ging es mit dem Thema Assistenz im Krankenhaus. Hier besteht schon seit Jahren folgendes Problem: Menschen mit Behinderung  die ihre Assistenz selbst anstellen, können diese auch ins Krankenhaus mitnehmen; sollten Sie allerdings Assistenzkräfte über einen Pflegedienst beziehen, ist dieser beim Krankenhaus raus und der Betroffene ohne Assistenz. Dass das Krankenhaus die Pflege sicherstellen soll/möchte, weil es dafür eine Pauschale bekommt, ist leider nicht realistisch, da es die personellen Ressourcen einfach nicht zulassen. Zudem kennt ein Assistent oder eine Assistentin seine/n Kunden/in viel besser und kann mit diesem individuellen Know-how deutlich gezielter unterstützen. Norbert Knopf, ausgewiesener Gesundheits-und Pflegeexperte, bei der AOK tätig und dort zuständig für die Krankenhausabrechnung, bestätigte, dass bezüglich Assistenz im Krankenhaus eine Gesetzesänderung unbedingt nötig sei.

Ansonsten verdeutlichten die Kandidaten von der SPD und der Linken nochmals, dass beim sozialen Wohnungsbau deutlicher Nachholbedarf herrsche. Gerade für pflegende Angehörige und Menschen mit Behinderung sei es unglaublich schwierig, rollstuhlgerechte und barrierefreie Wohnungen zu finden und dann auch bezahlen zu können. Norbert Knopf hielt dem entgegen, dass die von den Grünen geführte Landesregierung in den letzten Jahren das fünffache in den Wohnungsbau investiert und die Mittel für die Kommunen allgemein verdoppelt habe. Der Weg geht also zumindest in die richtige gewünschte Richtung, aber der Wohnungsbau muss insgesamt gemeinnütziger sprich sozialer sein.

Bessere Bezahlung von Assistenzkräften

Gegen Ende ging es um das uns so wichtige Thema einer ordentlichen Bezahlung für Pflege-und insbesondere Assistenzkräfte. Michaela Schadeck schilderte noch mal die ganz und gar nicht triviale Arbeit von Assistenten und Assistentinnen, die sich voll auf die Gegebenheiten und Eigenheiten der Kunden einlassen müssten und eine hohe Verantwortung tragen würden. Es sind zwar keine Pflege-Fachkräfte im eigentlichen Sinne, aber die absoluten Fachleute, die sich sehr genau mit dem einen individuellen Fall auskennen. Da wäre eine gute Bezahlung einfach nur gerecht. Daniel Al-Kayal regte an, die Gehälter etwa für Hilfskräfte wie Assistenten tariflich einzugruppieren, Marco La Licata von der Linken betonte, dass zunächst einmal der Mindestlohn als Basis angehoben werden müsse. Die Gesprächsteilnehmer brachten auch eine Pflegekammer und die Wiederaufnahme der Pflegeförderung ins Gespräch.

Inge Sanwald-Kluge, langjährige Geschäftsführerin der Individualhilfe, gab auch zu bedenken, dass man für Inklusion und gute, individuelle Pflege nicht umhin komme, etwas Geld in die Hand zu nehmen. Dies sei überdies gut investiert, denn ohne Arbeitsassistenz könnten etwa viele Menschen mit Behinderung, die heute einen guten Job haben und Steuern bezahlen, gar nicht arbeiten.

Zum Abschluss unserer Gesprächsrunde wollten wir noch mal wissen, was Inklusion für die Kandidaten ausmacht, da der Begriff ja oftmals nur in Bezug auf Schule kennen. Daniel Al-Kayal fasste es gut zusammen: er sieht Inklusion als Aufgabe des Gemeinwohls, dass alle Bürger mit all ihren Facetten umfasst und sie nicht behindert werden durch Barrieren wie nicht rollstuhlgerechte Bahnen, zu wenig zugängliche Arztpraxen und ein Übermaß an Bürokratie. Menschen mit Behinderung sind als selbstverständlicher gleichberechtigter Teil der Gesellschaft von Beginn an zu sehen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich, dass die Kandidaten sich kurz vor der Wahl unsere Belange Zeit genommen haben. Es wäre schön, in Kontakt zu bleiben und dass sich die Kandidaten an uns und unsere Belange erinnern, falls sie in den Landtag einziehen. Wir wünschen Norbert Knopf, Andrea Schröder-Ritzrau, Jan-Peter Röderer, Marco La Licata und Daniel Al-Kayal viel Erfolg!

Reisesommer, wir kommen!!

Eine gefühlte Ewigkeit ist der Himmel über Deutschland nun schon grau, hinzu kommen Horrormeldungen vom mutierten Coronavirus aus England und der Impfstoff ist ein überaus rares Gut – kein Wunder, wenn man da Depressionen bekommt. Aber genug davon! Zum Glück ist der Frühling nicht mehr ferne und die Hoffnung auf Reisen im Sommer ist längst nicht tot.

Wenn ich auf letztes Jahr zurückblicke, war der Sommer sehr angenehm und meiner kleinen Deutschland-Tour nach Dresden und Berlin stand nichts im Wege. Dresden – schon lange stand die schöne Stadt an der Elbe mit ihrer wunderschönen Altstadt auf meiner Reise-Agenda. Unweit von den berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Zwinger, der Frauenkirche und der Semperoper hatte ich für mich und meinen Vater ein barrierefreies Doppelzimmer im gediegenen Hotel Martha gebucht. Kann ich nur jedem/r E-Rollstuhl-FahrerIn empfehlen, sofern er/sie kein Pflegebett benötigt. Vor allem der Service beim Frühstück auf der Terrasse und der einzigartige sächsische Dialekt waren ein Genuss. Zumal wir eine der wenigen Gäste waren und somit das Hotel und die Frühstücksterrasse gefühlt für uns alleine hatten – irgendein Vorteil muss Corona ja bieten.

Dresdens Altstadt ist einfach einmalig

Ich mache einen Blick ins Reisetagebuch: Nach einer sehr erholsamen ersten Nacht geht es aus dem Hotel raus, die Straße hoch und schon steht uns der schöne Albertplatz mit Kirche und zahlreichen Restaurants offen. Weiter, die Albertstraße hinunter, die mit weiteren einladenden Einkehrmöglichkeiten aufwartet bis zur Elb-Brücke. Von dort aus blicken wir gebannt auf die beeindruckende Dresdner „Skyline“ mit ihren nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten Sehenswürdigkeiten. Nach einer kurzen Besprechung gehts weiter mitten hinein ins Vergnügen. Der omnipräsente Friedrich August I., genannt „August der Schtoorke“, der die Stadt wie kein Zweiter prägte, ist kaum zu übersehen. Unter ihm errang Dresden durch den Dresdner Barock und den opulenten Hoffesten des Dresdner Hofes die kulturelle Bedeutung, die es bis heute hat.

Dann stehen wir auf einmal vor der riesigen Frauenkirche. Dank Corona darf ich mit meinen Begleitern als Erstes rein, bevor ein paar Minuten später alle anderen Besucher hereinkommen. Imposant, der Blick durchs Rund und an die Decke. Unweit der Frauenkirche lassen wir es uns danach im Eiscafé gut gehen. Danach gehts weiter übers Kopfsteinpflaster, das durch die gute Federung und die großen Reifen meines E-Rollstuhl erträglich ist. Wir fahren zum Zwinger und schließlich bis zur Semperoper. Dort gibt es leider momentan keine Konzerte, aber eine interessante Führung. Das freundliche Servicepersonal schickt uns über eine Rampe zu einem Seiteneingang.

Die Semperoper von Innen ist ein Muss

Die Führung übernimmt eine äußerst engagierte Mitarbeiterin, die sehr viel Rücksicht auf mich nimmt und immer wartet, bis ich in Position bin und freie Sicht habe. Einmal muss ich an einem kleinen Treppenübergang stehen bleiben und von dort aus ihren Worten lauschen. Regelmäßig schaut sie zu mir hinunter und spricht auch in meine Richtung. Die Frau hat wirklich verstanden, was eine inklusive Führung ist.

Die sehr schöne und empfehlenswerte Schlösser-Schifffahrt ist ebenfalls mit E-Rollstuhl möglich – falls man das richtige Schiff wählt. Am letzten Abend genießen wir noch mal den Albertplatz mit köstlichen Tapas und leckerem Rotwein. Am nächsten Morgen packen wir schon wieder zusammen und auf gehts zum großen Garten, der „Grünen Lunge“ Dresdens. Dort treffe ich meine beiden Assistenten, die mich nach Berlin weiterbegleiten. Ich kann die riesige Grünanlage jedenfalls wärmstens für alle RollstuhlfahrerInnen empfehlen.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Reisen während Corona ist keine Utopie-garantiert auch nicht in diesem Sommer.

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Man kann Führungen von Sehenswürdigkeiten exklusiv oder inklusiv durchführen.

Wo ist das Licht am Ende des Tunnels?

Gehen wir es also an, das neue Jahr 2021! Ich freue mich jedenfalls darauf, wieder neue Projekte anzugehen und auf die eine oder andere Reise zu hoffen. Da mein Bus für die kommende Reisesaison mit einer Liege-Möglichkeit aufwartet, laufen die Gedankenspiele schon auf Hochtouren. Gerne möchte ich euch mit einem kurzen Rückblick auf die vergangene Reise im Sommer Appetit auf die diesjährige Reise- bzw. Freiluftzeit machen.

Zuvor muss ich mich leider nochmals kurz mit dem immer noch alles bestimmenden Dauerbrenners C….. beschäftigen. Es geht um die Priorisierung bei den anlaufenden Impfungen. Es ist ganz bestimmt eine große logistische Herausforderung und viele Bevölkerungsgruppen wollen die Ersten sein. Das ist ein kaum zu lösendes Dilemma für die Politik. Und zuallererst sollten wir einfach froh sein, dass es überhaupt einen Impfstoff gibt. In diesen Tagen gilt es daher wieder einmal, Egoismen hinten an zu stellen – so wie fast das ganze vergangene letzte Jahr.

Die Kunst der Impf-Priorisierung

Dennoch gewinne ich den Eindruck, dass die die außerklinische Beatmung in der Politik gar nicht existiert. Wohingegen immerhin das Personal in der ambulanten Pflege, also auch meine Assistenz, zum Zuge kommt, schauen wir Betroffenen/Beatmeten zunächst in die Röhre. Bei einem Rest Lungenvolumen von weniger als 8 Prozent bin ich was meine Person angeht doch etwas verwundert. Als „Hochrisiko-Patient“ wie er im Buche steht darf ich jetzt noch mal eine Ehrenrunde drehen.

Längst hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG Selbsthilfe) eine Überarbeitung der geplanten Impfstrategie gegen den COVID-19 Virus gefordert. Die Organisation kritisierte, dass Menschen mit schweren Vorerkrankungen erst in dritter Linie geimpft werden sollen und forderte, Menschen mit Vorerkrankungen bei der Impfkampagne höher zu priorisieren.

Außerklinische Beatmung, was ist das?

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine neue kleinteiligere Impfverordnung, die eine genauere Reihenfolge der zu Impfenden festlegt. Dies sei notwendig, um die logistischen Herausforderungen des Impfstoffes durch seine begrenzte Verfügbarkeit bewältigen zu können. Der größte Teil der Pflegebedürftigen lebe allerdings zu Hause mit ähnlichem Risiko. Deshalb sind Impf-Angebote laut der Stiftung zunächst für Pflegebedürftige zu Hause und im Heim vorzuhalten. Anschließend sind demzufolge die über Achtzigjährigen und die Altenpflegekräfte dran.

In erster Linie geht es gar nicht so sehr darum, ob jetzt über 80-jährige oder pflegebedürftige Menschen als erstes geimpft werden. Aber ich finde es einfach richtig schwach und aus Inklusionssicht ein Armutszeugnis, dass außerklinisch beatmete Menschen einfach gar nicht vorkommen. Jeder Mensch möchte ein selbstbestimmtes Leben führen genauso wie Menschen, die ständig auf Assistenz angewiesen sind. Seit März bin ich einem erhöhten Risiko ausgesetzt, das ist vor allem psychisch anstrengend und zerrt an den Nerven. Zumal nicht jeder AssistentIn jubelnd durch die Wohnung läuft, wenn er bei körpernahen Tätigkeiten eine Maske aufziehen soll. Impfen lassen möchte sich nur der eine Teil meines Assistenzteams, wofür ich absolut Respekt habe. Umso wichtiger wäre es jetzt, dass die Politik alle pflegebedürftigen Menschen durch eine zeitnahe Impfung entlastet. Oder zumindest, dass signalisiert wird: „Hallo liebe beatmete Mitbürger, wir haben euch auf dem Schirm, ihr seid uns wichtig.“

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Unsere Politiker können es in diesen Tagen nicht allen Bürgern recht machen, aber ein bisschen Differenzierung und Fingerspitzengefühl erwarte ich in jedem

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Eine (Impf-)Strategie muss auch mal angepasst werden.

3) Wo bleibt der Blick aufs Positive?

Die Lockerungen sind bei vielen Menschen bereits voll im Alltagsleben integriert. Für alle Bundesländer gemeinsam gilt unter anderem: Alle Geschäfte dürfen seit letzter Woche wieder öffnen, Angehörige aus zwei Haushalten dürfen sich ab sofort wieder treffen und die Fußball-Bundesliga läuft wieder. Weitere Entscheidungen zur Umsetzung von Lockerungen dürfen die Bundesländer für sich allein treffen, zum Beispiel wann Kitas, Hotels und kulturelle Einrichtungen weder öffnen sollen. Um eine zweite heftige Infektionswelle möglichst zu verhindern, gilt ein Notfallmechanismus, nach dem im Ernstfall von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche die strengen Kontaktbeschränkungen wieder eingeführt werden müssen. Wie das unsere Gesellschaft aufnehmen würde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Weg in die Zukunft und zurück in die Normalität wird also ziemlich spannend, zumal es nun auf jeden Landkreis ankommt.

Zunächd möchte ich noch mal kurz innehalten und den Blick zurückwerfen, denn mir stellt sich eine wichtige Frage: Was bleibt vom Lockdown hängen? Wenn ich so manche Menschen reden höhere, könnte man meinen nur Negatives… Ich persönlich kann einige positive Aspekte erkennen! Haben wir womöglich etwas aus den letzten Wochen gelernt? Haben wir durch unsere ganz persönlichen Erfahrungen aus der letzten Zeit eine andere Perspektive oder Sichtweise bekommen?

Keine Frage: Die Corona-Krise war und ist für manche Menschen nicht nur hart, sondern verheerend! Einige kleinere Unternehmen und mühevoll aufgebaute Existenzen werden trotz staatlicher Hilfe Pleite gehen, was viele Arbeitsplätze kosten wird. Auch wenn es die Wirtschaft jetzt verdammt schwer haben wird und viele Mitmenschen vor einer ungewissen Zukunft stehen; Immerhin haben wir einen potenten Staat, der Selbstständige mit Soforthilfe unterstützt, einige Unternehmen retten oder Arbeitslosengeld sofort unbürokratisch bezahlen kann. Außerdem bietet die Krise uns allen die Möglichkeit, innovative Ideen zu kreieren, um diese spezielle Zeit kreativ zu umschiffen. Der renommierte Heizungsbauer Viessmann macht es vor und stellt einen Teil seiner Produktion auf dringend benötigte Beatmungsgeräte um. Dafür setzt der Mittelständler auf einen ambitionierten Plan: Die innerhalb von gerade mal drei Wochen entwickelten Beatmungsgeräte nutzen ausschließlich Teile, die Viessmann in seinen sonstigen Heizungsgeräten und Wärmepumpen einsetzt. Die Geräte hat das Unternehmen gemeinsam mit Krankenhausärzten und der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen im Schnellverfahren konzipiert. Hierbei handelt es sich freilich nicht um HighTech-Geräte, die auf einer Intensivstation und bei einer Intubation einsetzbar sind. Dafür eignen sie sich hervorragend für provisorische Hospitäler oder Feldlazarette bestens. Vor allem auch der Einsatz in Entwicklungsländern ist für Viessmann eine Option.

Gesundheit und Menschenleben haben Priorität

In einer sachlich geführten Diskussion bieten solche Beispiele Lockdown-Befürwortern die Chance, den Lockdown-Gegnern, denen der Ausstieg aus dem Lockdown viel zu lange dauert, nicht nur argumentativ zu begegnen, sondern auch ihre Sorgen vor der wirtschaftlichen Superkrise etwas zu nehmen. Aus meiner Sicht ist es zumindest schwer vorstellbar, dass unser Staat diesbezüglich seine Bürger komplett im Regen stehen lässt, auch wenn der Weg zurück für den einen oder anderen nicht einfach sein wird und die Mühlen der staatlichen Bürokratie oft viel zu langsam mahlen. Allerdings finde ich, dass es zuvorderst doch um die Gesundheit geht und darum, Menschen vor dem Tod zu bewahren. Nicht zuletzt hat unser Staat das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) zu erfüllen – immer im angemessenen Verhältnis, wie ich bereits mehrfach in meinem Corona-Blog erwähnt habe. Deshalb frage ich mich: Wieso sind wir nicht einfach erstmal dankbar, dass sich die Zahlen der Neuinfektionen so gut entwickelt haben?? In anderen europäischen Ländern waren die Maßnahmen zum Teil noch viel krasser, wenn ich nur an die Ausgangssperre in Spanien denke, wo die Menschen nicht mal das Haus verlassen durften.

Aber auch wenn mancher Coronamaßnahmen-Skeptiker nervt, muss das Ziel sein, zuerst unvoreingenommen und nüchtern nach dem Warum eines anderen Standpunktes zu fragen. Denn nachdem zunächst sehr viele Menschen hierzulande an einem Strang zu ziehen schienen und viele liebe gesunde Menschen ihren Mitmenschen aus der Risikogruppe Hilfe beim Einkaufen und sonstigen Erledigungen anboten, stehen sich die Befürworter und Gegner der politischen Corona-Maßnahmen inzwischen immer öfter unversöhnlich gegenüber. Hier sind wir alle -Befürworter wie Gegner- aufgefordert, bewusst gegenzusteuern und nicht einfach stupide auf unsere Meinung zu beharren, auch wenn wir vielleicht Recht haben. Bleiben wir doch lieber bei solidarischem Handeln und aufeinander Zugehen! Bei Hygiene- und Abstandsregeln darf es jedoch keine großen Ausnahmen geben, denn auf gewisse Normen und Regeln, die für alle gelten, muss sich eine Gesellschaft einlassen! Sonst öffnet sich für Egoismen der Menschen Tür und Tor. Aber auch hier gilt Maß halten und unseren Kindern nicht um jeden Preis eine Maske aufzuzwingen und sich aufzuregen, wenn diese mal jemand nicht ordnungsgemäß angezogen hat.

Viel Jammern hilft nicht viel

Als Teil der ambulanten Pflege, hätten ich und manch anderer Mensch mit Dauerbeatmung Grund genug, sich hinzustellen und zu jammern. Diese Variante habe ich nach einem ersten kurzen Schrecken für mich definitiv ausgeschlossen. Auch wenn es natürlich ärgerlich ist, dass ich bis heute keine Masken von meinem Versorger für Pflegehilfsmittel bekommen habe. Ein Beinbruch war und ist es deshalb noch lange nicht: Die Devise lautete deshalb ganz einfach selbst zu nähen und den gesunden Menschenverstand einzuschalten – etwa in Bezug auf Sinn und Zweck von schützender Ausrüstung und schützenden Maßnahmen. Ich kann und will es beispielsweise meinen Assistenten nicht zumuten, dass sie die ganze Zeit einen Mundschutz tragen. Zumal dieser in einer 24 Sunden Rundum-Versorgung nur bedingteen Nutzen hat. Mein eingebauter Virenfilter im Beatmungsgerät und regelmäßiges Lüften sind da doch um einiges effektiver. Deshalb habe ich mit meinen Leuten ausgemacht, dass sie nur bei der Körperwäsche und in den Momenten ohne Beatmungsgerät eine Maske aufsetzen sollen.

Aber um eines klarzustellen: Auch wenn ich die Dinge am liebsten positiv sehe und ich mich auf pragmatische Lösungen konzentriere, fällt es mir ebenso schwer, diszipliniert durchzuhalten und mich nicht so häufig und intensiv wie sonst mit Freunden zu treffen oder nur eingeschränkt. Oder jeden Tag wieder neu zu hoffen, dass ich nicht angesteckt werde und die Viren-Lage stabil bleibt!

Das Positive in der Krise

Bei allem Übel gilt es sich bewusst zu machen, dass jede Krise einen Wendepunkt bedeutet und einen Aufbruch zu neuen Erkenntnissen und Wegen möglich machen kann – also im Endeffekt etwas verbessert. Meines Erachtens hat uns oder zumindest mir die Krise mehrfach die Augen geöffnet!

  • Die Kontaktsperre hat mich motiviert, regelmäßig mit einem oder maximal 2 BegleiterInnen raus in die Natur zu fahren – vielmehr Sicherheit geht quasi nicht. Ich habe mal wieder bemerkt, dass es in der Rhein-Neckar- Odenwald-Region wunderschöne Natur gibt und man gar nicht weit weg fahren muss. Mir hat am Wochenende nicht mal der Fußball gefehlt, es war sogar mitunter erholsam 🙂 und wenn ich das als alter Fußballfan sage, dann muss da was dran sein. Ich könnte wetten, dass es einigen Menschen ähnlich ging und in ganz Deutschland wunderschöne Natur wiederentdeckt wurde; und neue Motivation entstand, wieder mehr für Umwelt und Klima einzusetzen, zum Beispiel weniger Reisen mit Flugzeugen! Denn so schön blau war der Himmel über Deutschland schon lange nicht mehr.
  • Das Gefühl, dass sich die Räder im Lande etwas langsamer drehen und der Alltagsstress etwas gedämpfter ist, hat gut getan. Diese „aufgezwungene Entschleunigung“, d.h. viel mehr Zeit für andere Dinge außer Arbeit und Freizeittermine zu haben, hat bei vielen Mitbürgern dazu geführt, mehr über sich selbst nachzudenken, längst verstaubt geglaubte alte Kontakte wieder aufzufrischen, zum großen Heimwerker zu mutieren und Dinge zu tun, für die sie schon lange keine Zeit mehr hatte.
  • Scheinbare Selbstverständlichkeiten wie die jährliche Geburtstagsfeier und der Besuch kultureller Veranstaltungen werden wir nach dieser Krise wieder viel mehr schätzen. Ich freue mich jetzt schon auf ungezwungene Grillabende in größerer Runde, Konzertbesuche, gemeinsame Gottesdienste in der Kirchengemeinde und Reisen ins Ausland.
  • Die Corona-Pandemie hat den Blick auf die systemrelevanten Berufsgruppen in unserem Land geschärft, weil ohne diese das Gemeinwesen nicht mehr funktionieren zum Erliegen gekommen wäre. Ich hoffe sehr, dass daraus ein nachhaltiges Bewusstsein in der Gesellschaft entsteht, wie viele engagierte Bürger in den genannten systemrelevanten Berufsgruppen arbeiten: Feuerwehrleute, ErzieherInnen, PolizistInnen sowie KassiererInnen. Da ich persönlich auf gute Pflege und persönliche Assistenz angewiesen bin und ich diese Arbeit sehr schätze, ist es mir ein besonderes Anliegen, dass Pflege- und Assistenzkräfte endlich die notwendige Honorierung bekommen. Und zwar nicht nur in Form von klatschenden Händen, sondern auch finanziell! Von Politikern hört man ja oft nur Lippenbekenntnisse, aber immerhin wurde schon vor Corona eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohns für alle Pflegekräfte bis April 2022 beschlossen. Damit stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Lohnniveau in Zukunft insgesamt steigt. Also, ein Anfang ist gemacht und darauf lässt sich aufbauen.

Für mich ganz persönlich hat sich gezeigt, dass mir meine selbstbestimmte Lebensform gegenüber einer stationären Unterbringung im Heim die Möglichkeit gibt, individuell passende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Das Risiko, im Heim angesteckt zu werden, ist nicht unbedingt größer. Aber die Folgen einer einzigen Ansteckung wären fataler – wenn es dort ausbricht, hat es gefühlt jeder. Meine Selbstbestimmung wäre -wie ich schon angedeutet habe- bis auf weiteres völlig ausgesetzt. Auch die tatkräftige Unterstützung von außen (Freunde, Familie, Bekannte …), die ich für meine Lebensform brauche, wäre nicht mehr möglich.

Bei allen positiven Aspekten – meine Zeilen sollen keine Schönfärberei sein. Es ist klar, dass sich die Politik etwas überlegen muss: Ein zweiter Lockdown ist in vielerlei Hinsicht eigentlich nicht machbar und das neuartige Corona-Virus wird es wahrscheinlich auch noch im neuen Jahr geben. Aber nicht nur die Politik, sondern auch wir selbst sind gefordert: Denn wenn jeder im Krankheitsfall oder bei Symptomen einer Viruserkrankung zu Hause bleibt sowie die bereits „eingebrannten“ Hygiene- und Verhaltensregeln einhält, haben wir sehr gute Chancen, hier in Deutschland glimpflich davon zukommen. Jeder sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen und ein möglichst solidarisches Verhalten an den Tag legen!

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Jede Krise bietet einen Neuanfang!

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Jammern und schimpfen ist viel zu einfach und führt keinen Millimeter voran! Konstruktive Kritik und das richtige Mittelmaß sind das Gebot der Stunde.

Noch mehr Natur während dem Lockdown:

Meine Heimat Ostelsheim

Rheinauen bei Stockstadt am Rhein

Das Schattendasein der ambulanten Pflege

Ausführlich geht und ging die Presse auf die Situation in den „Corona-Hotspots“ Krankenhaus und Pflegeheim ein, was gut und wichtig ist und war. Leider hat sie einen gerade auch für mich absolut existenziellen Bereich vergessen die ambulante Pflege.Ich organisiere mein Assistenzteam selbst, angestellt sind die AssistentInnen bei einem ambulanten Pflegedienst. Eine höhere Verantwortung, den „Kunden“ nicht anzustecken, verschärfte Hygienemaßnahmen und Arbeiten in 24-36-Stundenblöcken führen zu einer nicht unerheblichen Mehrbelastung. Hinzu kommt die Problematik, dass ich als Teil außerklinischer Beatmung zur Zeit nur sehr zeitverzögert an Schutzausrüstung wie professionellen Mundschutz, Handschuhe und Hände-Desinfektionsmittel komme. Zum Glück bin ich als ordentlicher Schwabe gut strukturiert und habe noch etwas Vorrat 🙂

Meine derzeit immer noch größte Sorge ist aber: Was mache ich, wenn eine/r meiner AssistentInnen das Virus bekommt und gleichzeitig ein Großteil meines Assistenzteams ausfällt. Falls die ambulante Versorgung von Personen mit hohem Unterstützungsbedarf zu Hause nicht mehr gewährleistet werden könnte, müssten diese Menschen entweder zu ihrer Familie oder in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Das Horrorszenario Krankenhaus brauche ich nicht schon wieder, auch wenn das Pflegeteam bei meinem letzten Aufenthalt echt super war. Aber es gibt halt die üblichen organisatorischen und bürokratischen Probleme: Erstens wird Assistenz im Krankenhaus grundsätzlich nicht bezahlt, weil ja das Krankenhaus die Pflege sicherstellen muss (in der Praxis ist das bei mir aber nur in Ansätzen möglich, da die Unterstützung und Handreichungen, die ich brauche, sehr individuell auf mich abgestimmt sind). Im Falle des oben beschriebenen Szenarios hätte ich zeitweise sowieso nicht genügend Assistenten zur Verfügung, weil sie sich in Quarantäne befänden.

Der worst case wäre natürlich, wenn ich selbst erkranken und in Quarantäne kommen würde. Wer weiß schon, wen das Personal dann überhaupt noch zu mir vorlassen würde. Der eine oder andere Fall in den Medien, wonach Angehörige ein im Sterben liegendes Familienmitglied nicht sehen/besuchen dürfen, ist für mich ein absolutes Nogo. Dann müssen alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, zum Beispiel Besuch mit 100 % sicherer Schutzausrüstung.

Covid 19 verboten bei der persönlichen Assistenz

Also noch mal auf den Punkt gebracht: Für den Fall, dass ich ohne Assistenz und ein Familienmitglied in die Klinik müsste, hätte ich große Bedenken, dass sich die Ärzte und Pfleger angesichts der Corona-Krise für mich genügend Zeit nehmen könnten. Einige Betroffene haben noch schwerwiegendere Befürchtungen , nämlich dass sie bei einer möglichen „Triage“ aufgrund ihrer Behinderung keine lebensrettende Behandlung bekommen. Der Begriff “Triage“ kommt aus dem Französischen und bedeutet “Auswahl“ oder “Sichtung“. Im medizinischen Kontext beschreibt er die Einteilung von Patienten nach der Schwere ihrer Verletzungen. Mithilfe des sogenannten „Triage-Systems“ sollen Ärzte und Pfleger leichter entscheiden können, wer zuerst behandelt wird. Dabei spielen die Erfolgsaussichten einer Behandlung eine entscheidende Rolle. Um diese bei der derzeitigen Pandemie und den jeweils bestehenden Ressourcen zu prüfen, haben die wichtigsten ärztlichen Fachgesellschaften Handlungsempfehlungen in einem Leitfaden verabschiedet. Hauptkriterien sind folgende:

  • den Schweregrad der Erkrankung
  • den allgemeinen Gesundheitszustand
  • mögliche Begleiterkrankungen, die die Diagnose verschlechtern können (z.B. eine fortgeschrittene Krebserkrankung oder Immunschwäche)

Wichtig dabei ist das Mehraugenprinzip: Am besten sollten mindestens zwei Ärzte der Intensivmedizin und ein erfahrenes Mitglied aus dem Pflegeteam gemeinsam entscheiden. Das klingt in der Theorie gut, Behindertenverbände wie die International Disability Alliance (IDA) oder der Behindertenaktivist Raul Krauthausen befürchten allerdings, dass Menschen mit schweren Behinderungen im Ernstfall benachteiligt werden. Was auf jeden Fall nicht passieren darf: Grundsätzlich und pauschal alle Menschen eines gewissen Alters und mit Behinderung –unabhängig von der patientenindividuellen Erfolgsaussicht von Behandlungen –negativ zu bewerten. Das Institut für Menschenrechte mahnte die deutsche Regierung, dass sie genau auf die Anwendung der Leitlinien achten muss!

Um auch noch etwas Positives zu sagen: Ich habe ehrlich gesagt ein positives Gefühl, denn zu einem derartigen Problem wird es gar nicht kommen; wir haben genügend gute und emphatische Ärzte – vor allem von der jungen Nachwuchsgeneration habe ich bislang diesen Eindruck! Allerdings finde ich es äußerst schade, dass bei der Erstellung des Leitfadens nicht die Meinung von Menschen mit Behinderung nicht mit einbezogen wurde. Das ist nicht inklusiv und man verzichtet auf wichtige Erfahrungen.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Ambulante Pflege und außerklinische Beatmung brauchen unbedingt Unterstützung in der Corona-Krise, denn sie leisten einen großen Beitrag! Danke an alle, die das erkennen und sich dafür engagieren.

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Jetzt heißt es Positiv Denken, seit jeher eines der wichtigsten Rezepte, um aus einer Krise gestärkt hervorzugehen!

2) Eindimensionale Berichterstattung in der Corona-Krise

Was ich zeitweise ebenfalls etwas schade und auch langweilig fand, war die recht eindimensionale Berichterstattung über die Corona -Krise. Eine lange Zeit ging es immer nur um Corona selbst. Immerhin haben meine FachkollegInnen im Verlauf der Pandemie einen genaueren Blick auf die von strengen Maßnahmen besonders in Mitleidenschaft gezogenen Bürgern geworfen! Die Besitzer von kleinen Geschäften, Restaurants, Selbständige oder auch zum Beispiel Regionen, die stark vom Tourismus leben. Zahllose, nicht mehr enden wollende  Reportagen über unsere Mitmenschen, die sehr stark von der Krise betroffen sind, waren die Folge. Auch wenn das wirklich tragisch ist und mich selbst auch immer wieder sehr erschüttert – irgendwann ist das Maß einfach voll und man kann die ewige Negativspirale nicht mehr sehen und hören. Zumal es irgendwann auf die Psyche schlägt …

Kaum ein Wort verlor die Politik und die öffentlich-rechtliche Berichterstattung über die doch recht weitgehenden Grundrechtsbeschränkungen, wie zum Beispiel bei der Versammlungsfreiheit, der Freiheit der Person bei Quarantäne und beim Eingriff in das Brief- und Postgeheimnis, wenn schriftliche Mitteilungen möglicherweise Infizierter gelesen werden. Mein von mir geschätzter und renommierter Journalistenkollege Heribert Prantl hat sich sehr besorgt dazu geäußert und an die Verfassung erinnert, nach der bei Grundrechtseingriffen immer das mildest mögliche Mittel gewählt werden müsse; eine hierfür notwendige Debatte habe aber nicht stattgefunden. Er appellierte, „nicht nur entschlossen gegen das Virus kämpfen, sondern auch gegen eine Stimmung, die die Grund- und Bürgerrechte in Krisenzeiten als Ballast, als Bürde oder als Luxus betrachtet.” Da hat er nicht unrecht.

Die Kernfrage für mich ist, inwieweit die Menschen die Beschränkungen nur aus Angst recht klaglos hinnehmen und ob die Einschränkungen im rechtlichen Rahmen stattfinden. Die rechtliche Grundlage für die aktuellen Maßnahmen bietet vor allem das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Der Staat darf auch in der aktuellen Ausnahmesituation nur in unsere Grundrechte eingreifen, wenn dies verhältnismäßig ist. Wenn man sich laut der Juristin Anika Klafki die zentrale Norm des Infektionsschutzrechts, den § 28, Absatz 1 IfSG anschaut, stellt man fest, dass diese erstaunlich unbestimmt ist. Darin heißt es, dass Behörden die „notwendigen Schutzmaßnahmen“ verhängen können, „soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist“. Kürzlich wurde noch ergänzt: „Sie können insbesondere Personen verpflichten, den Ort, an dem sie sich befinden, nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte oder öffentliche Orte nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu betreten.“ Hierauf haben dann die Bundesländern unterschiedlich weitgehende Ausgangsbeschränkungen gestützt. Wichtig wäre Anika Klafki zufolge aber eine genauere rechtliche Regelung, unter welchen Umständen genau solche Maßnahmen verhängt werden dürfen – schon bei der saisonalen Grippe oder nur bei epidemischen Notlagen? Weitere interessante Ausführungen zum Thema „Grundrechtseingriffe in Zeiten von Corona“ sind unter https://freiheitsrechte.org/corona-und-grundrechte zu lesen.

Mit diesem Hintergrundwissen ist es sinnvoll und wichtig, zumindest darüber nachzudenken, was alles möglich wäre und wie Regierungen die derzeitige Situation für sich manipulieren könnten. Wenn die Bürger in der Türkei vier Stunden vor in Kraft treten von einer Beschränkung bzw. einem Grundrechtseingriff erfahren, grenzt dies tatsächlich an Willkür. Glücklicherweise gibt es da für mich auf Deutschland bezogen eine klare Antwort: Obwohl ich mitunter viel Vertrauen in die meisten deutschen Politiker verloren habe und oftmals Bürgernähe vermisse, glaube ich absolut nicht an Manipulation oder dauerhafte Einschränkung von Bürgerrechten. Warum sollte eine deutsche Regierung plötzlich zu einem totalitären Polizeistaat mutieren? Daran kann sie kein Interesse haben, zumal wir uns in der westlichen Welt so sehr an das freie Leben gewöhnt haben und es schätzen – auch die Politiker selbst. Corona darf nur nicht als Erklärung für alle Maßnahmen herangezogen werden – dies gilt es von uns allen sorgfältig zu beobachten.

Wissenschaftlicher Diskurs

Abseits der derzeit bekanntesten Virologen wie Drosten und Kekulé schaute die öffentlich-rechtliche Presse lange Zeit recht wenig auf alternative Meinungen und Lösungsansätze. Zeitweise hatte ich den Eindruck: Alle Ärzte und Experten, die eine etwas andere Meinung vertraten und denen der Shutdown etwas zu weit geht, werden kategorisch abgelehnt. In meinem Bekanntenkreis, dem ich vertraue, empfand ich das ähnlich. Mein Gedanke ist nach wie vor folgender: „Bei solch drastischen Maßnahmen mit unabsehbaren bis unangenehmen Folgen für die gesamte Wirtschaft und damit für viele Menschen muss ich als mündiger Bürger ja wohl wenigstens über alternative Modelle nachdenken dürfen! Außerdem: Nur wenn wir auch alle „sogenannten und teils selbsternannten Fachxperten“ anhören, können wir sie im Zweifelsfall richtig schön widerlegen. Der bekannte Talkmaster Markus Lanz schien mich gehört zu haben und trug in seinen Sendungen zu mehr Vielfalt bei. Er lud etwa Klaus Püschel ein, Hendrik Streeck gleich mehrfach. Püschel ist Direktor des Instituts für Rechtsmedizin an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf (UKE). Er und sein Team obduzieren seit Beginn der Pandemie die Menschen, die in Hamburg im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind. Zum Zeitpunkt der Lanz-Sendung hatten laut Püschel alle Verstorbenen mindestens eine Vorerkrankung gehabt. Das unterstreicht, dass vor allem Vorerkrankte und Risikopatienten von Corona betroffen sind, heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass jüngere, fitte Menschen per se verschont bleiben.

Prof. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Uni Bonn, machte in den letzten Wochen als wichtiger Experte des Sars-CoV-2-Virus von sich reden. Nach Meinung des Wissenschaftlers wäre es wahrscheinlich besser gewesen, abzuwarten, was die kurz zuvor angeordneten Maßnahmen, wie z.B. Hygieneregeln und die Absage von Großveranstaltungen bringen. Ihm zufolge sei es entscheidend, dem „Virus Zeit zu lassen, um Ergebnisse langfristig zu sehen“. Streecks sogenannte „Heinsbergstudie“ schien seine Einschätzung in den Zwischenergebnissen zu bestätigen, zumal er für den untersuchten Bereich zu einer wesentlich niedrigeren Sterblichkeitsrate kam, als das Robert-Koch-Institut (RKI) für ganz Deutschland prognostizierte. Die Studie löste heftige Kontroversen aus, beispielsweise inwieweit diese Ergebnisse auf andere Gebiete übertragbar seien. Auch Streeck selbst betonte inzwischen mehrfach, dass es immer auch auf die Art der Testung ankommt und man den weiteren Verlauf der Pandemie nicht seriös vorhersagen könne.

Die Grenzen der Wissenschaft

Dirk Steffens, Wissenschaftsjournalist und Moderator der bekannten ZDF-Sendung Terra X, bringt es auf den Punkt: Es sei gut, wenn die Wissenschaft streitet, dann würden verschiedene Denkansätze und Forschungen geteilt werden. Die absolute Wahrheit könnten auch wir von der Wissenschaft nicht erwarten und sie könne nur Hinweise an die Politik geben. Diese umzusetzen sei nicht immer so ganz einfach, vor allem könne man es nie allen recht machen.

Gerade weil Wissenschaft nie endgültig ist, das Corona-Virus Sars-CoV-2 noch lange nicht vollständig erforscht ist und es möglicherweise noch zu einer zweiten Welle unbekannten Ausmaßes kommt, kann ich es einfach nicht mehr ertragen, wenn Ärzte, die es eigentlich besser wissen müssten, in Facebook und YouTube auftreten und immer noch hartnäckig behaupten: Es gab schon immer Corona-Viren und Covid-19 ist auch nicht schlimmer als die Grippe! Dazu möchte ich nur noch 3 Dinge sagen: 1. Es handelt sich hier um einen völlig neuen Corona-Virus, der bis dato noch nicht bekannt war und erst noch vollständig erforscht werden muss. 2. ist der weitere Verlauf der Pandemie noch nicht komplett absehbar und 3. Der Vergleich mit den geschätzt 25.000 Verstorbenen bei der Grippewelle 2017/18 muss richtig eingeordnet werden-sonst ist er nicht aussagekräftig. Niemand kann derzeit endgültig sagen, wie sich die Zahl der Infizierten und die Sterberate bei der Corona-Pandemie entwickeln werden. Deshalb ist es sowohl unseriös, als auch unverantwortlich, die Zahl der Todesopfer zu einem frühen Zeitpunkt einer Pandemie zu nehmen, mit einer geschätzten Zahl von Verstorbenen einer außergewöhnlich schweren und Monate dauernden Grippewelle zu vergleichen! Siehe dazu auch den ARD-Faktencheck.

Das Problem aus meiner Sicht ist, dass viele Menschen Halbwahrheiten aus bestimmten „Fakten“ kreieren und dann alles zusammen in einen Topf werfen, ohne den Sachverhalt bzw. die wissenschaftliche Erkenntnis richtig einzuordnen. Dann ist ganz schnell die Rede von „die Politik verarscht uns“, sie „zensiert die öffentlich-rechtliche Presse“ und diese wiederum „verbreitet fakenews“. Davon kann keine Rede sein und genau diese Menschen verbreiten selbst rücksichtslos ihre eigenen fakenews.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Eine abwechslungsreiche Berichterstattung, die ausreichend nach rechts und links schaut, ist für mich als sorgfältig recherchierender Journalist unabdingbar!

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Ich kann über alle politischen Maßnahmen diskutieren und was man in der Krise hätte alles besser machen können, aber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und dann in einen großen Topf schmeißen.

Kolumne – Corona ist überall

Die ersten Lockerungen nach dem Shutdown sind nun eine Woche Realität! Ein erstes Aufatmen darf sein. Der Weg in die Normalität wird uns allerdings noch einiges an Geduld und Durchhaltevermögen abverlangen. Das Thema Corona bleibt omnipräsent – auch zu meinem Leidwesen. Es ist klar, ja unumgänglich, dass eine weltweite Pandemie solchen Ausmaßes einen großen Raum in der medialen Berichterstattung einnimmt. Und ja, wir mussten uns diesem „Gefahrenthema“ stellen und die Regierung musste Maßnahmen dagegen ergreifen – auch in meinem Interesse als der Risikogruppe zugehöriger E-Rollstuhlfahrer mit Beatmung.

Aber war und ist denn da wirklich kein Platz mehr für andere Themen??Corona, corona, ich kann es nicht mehr hören! Es gibt nach wie vor tausende Menschen, die momentan mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen auf deutschen Intensivstationen liegen, in vielen Teilen der Welt geschehen pro Minute schreiende Ungerechtigkeiten und laut Unicef-Bericht der Vereinten Nationen sterben jeden Tag Tausende von Kindern. Das wird in der ganzen Diskussion einfach unterschlagen – Hauptsache Corona wird vollumfänglich durchgenommen. Hinzu kommt, dass aus meiner Sicht bei der allgemeinen und medial-politischen Debatte um Corona diverse Problematiken bestehen.

Die Schwierigkeiten bei der Debatte um Corona

1) Die Zahlen:

Was mir seitens der Regierung etwas fehlte, war eine gute und sachliche Aufklärung, die nicht vorwiegend auf abstrakte Zahlen baut. Exponentiell in die Höhe schnellende Zahlen von Neuinfektionen und der ständige Verweis auf die im Vergleich zur Grippe viel höhere Todesrate schürten nicht nur bei Risikopatienten und ihrem Umfeld große Ängste und Panik. Bilder von überfüllten Krankenhausfluren aus Spanien und Italien taten ihr übriges dazu. Hamsterkäufe wurden zur Normalität. Natürlich können sich Menschen, die einen gesunden Menschenverstand haben und über einen gewissen Intellekt verfügen, dementsprechend informieren, um Zahlen und Bilder richtig einzuordnen. Aber das können leider nicht alle – teils unverschuldet, teils selbstverschuldet. Im Kern ging und geht es einfach nur darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sprich für den Notfall genügend Intensivbetten zur Verfügung zu haben.

Folgendes sollten wir beim Blick auf die Zahlen beachten: Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf Tests mit nachgewiesenen Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Tests auf Antikörper, um die Immunität in der Bevölkerung zu klären, sollen diese Frage in den kommenden Monaten klären. Auch die Frage, wie viele Infizierte tatsächlich bislang gestorben sind, lässt sich kaum beantworten. Denn in den meisten Bundesländern werden bei Verstorbenen nur selten nachträgliche Tests auf Corona vorgenommen. In die Statistik fließen also hauptsächlich Fälle ein, bei denen eine Corona-Infektion bereits vor dem Tod bekannt war.

Außerdem ist oft unklar, ob die Menschen mit oder wirklich an Corona sterben. Laut einigen Palliativmedizinern ist auch zu bedenken, dass es sich bei den schwer erkrankten COVID-19-Betroffenen oft um hochaltrige, vielfach erkrankte Menschen handelt. Mindestens 1/3 von den hochaltrigen Menschen kommen schwerstpflegebedürftig aus Pflegeheimen; also eine Gruppe, die üblicherweise und bislang immer mehr Palliativmedizin bekommen hat als Intensivmedizin. Zum Teil werden jetzt aus diesen Patienten Intensivpatienten gemacht – aus Sicht der Experten ein Fehler. Viele Patienten erhalten so gegen ihren Willen lebensverlängernde Maßnahmen und müssen unnötig leiden, weil zu viele von ihnen keine Patientenverfügung haben. Deshalb ist es wichtig, sich intensiv mit dem Umfeld dieser Patientengruppe auszutauschen und sorgfältig zu überlegen, was für die Patienten am besten ist.

Positive Überraschung : tatkräftiges Regierungshandeln

Sehr positiv fand ich das klare und tatkräftige Handeln der Regierung Merkel, die genau zum richtigen Zeitpunkt den alles andere als beliebten Shutdown ansetzten und so das Virus auf ein „gesundes“ Maß eindämmen konnten. Man mag die Fernsehansprache und den Ausruf der größten Krise seit dem 2. Weltkrieg als unnötige Inszenierung abtun. Aber letztendlich hat dies einige Menschen erst richtig aufgerüttelt -ich zähle mich selbst auch dazu. Die disziplinierte Einhaltung der Regelungen von weiten Teilen der Bevölkerung kommt nicht von ungefähr.

Bei einigen unserer Mitbürger führte die Ansprache zu Panik, was aber völlig unangebracht war. Angst trägt bestimmt nicht dazu bei, möglichst nicht krank zu werden. Natürlich ist das Virus sehr leicht ansteckend und es gibt keinen Impfstoff, aber es verläuft bei den wenigsten Menschen ohne Vorerkrankung und unter 60 Jahren kritisch. Es geht vor allem darum, die sogenannten „Risikopatienten“ angemessen zu schützen. Sich zu Hause verbarrikadieren in der Wohnung ist keine gute Option. Ich persönlich empfehle Euch: Geht in die Natur, macht kleine Ausflüge zu zweit oder mit der Familie – seid vorsichtig mit Rücksicht auf eure Mitmenschen, aber lasst euch bitte nicht von der allgemeinen Panik anstecken. Was ich noch sehr hilfreich finde: Sich nicht nur an die Schulmedizin zu halten, die bei einer Pandemie fraglos eine äußerst wichtige Rolle einnimmt. Allerdings gibt es auch noch alternative und zusätzlich sehr wirksame Faktoren, die vor Corona schützen: Mentale Gesundheit und positive Lebenseinstellung, gute Ernährung und sportliche Betätigung – also alles was dem Immunsystem gut tut.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Gerade die Menschen, die vor Corona eigentlich am wenigsten Angst haben müssten, schieben die größte Panik!

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Wir als Risikogruppe brauchen auch in Corona-Zeiten kein unnötiges Mitleid und können auf Aussagen wie „Bleib tapfer!“ getrost verzichten. Wir brauchen jetzt Mitmenschen, welche die allgemein gültigen Vorsichtsmaßnahmen mittragen.

Meine Ausflüge in der Corona-Zeit:

Teil 6: Wehe wenn der Zug ausfällt…

Für die Abreise ist alles klar und alles fertig gepackt, sodass wir uns recht entspannt Richtung Bushaltestelle bewegen. Wir genießen noch mal eine kurze Fahrt mit dem Bus durch die Straßen von Barcelona bei strahlender Sonne und sind echt traurig, dass es schon wieder nach Hause geht. Dafür Läuft alles nach Plan, wir sind super pünktlich am Bahnhof und wollen uns für den Einlade- Service in den Zug anmelden. In dem Moment kommt eine Bahn-Mitarbeiterin geradewegs auf uns zu und redet in spanischer Sprache vehement auf uns ein. Eine Assistentin von mir, die gut spanisch spricht, verzieht das Gesicht und sagt uns das Unvermeidliche: Die Frau hat uns gerade mitgeteilt, dass der Zug ausfällt…!! Ich brauche einen Moment bis ich es realisiere und bin erst mal kurz geschockt. Ich kann es nicht glauben, aber jetzt hat uns der Streik der französischen Bahn doch noch erwischt, verdammter Mist 🙁 Wir werden ins Reisezentrum der spanischen Bahn geschickt, wo man uns informieren will, wie es weitergeht. Meine spanisch sprechende Assistenten macht einem Mitarbeiter deutlich, dass die Zeit drängt. Da wir sicher den Anschlusszug in Paris verpassen werden, müssen wir uns zumindest für eine weitere Nacht eine Unterkunft organisieren – in Barcelona oder Paris. Wir warten eine gefühlte Ewigkeit und schauen gebannt auf drei Bahnmitarbeiter hinter einem großen Bildschirm, die sich gerade wegen dem Zugausfall die Köpfe heißreden.

Dann endlich kommt einer der Mitarbeiter auf uns zu und erklärt uns, dass höchstwahrscheinlich zwei Stunden später ein weiterer TGV fährt. Mir ist das zu unsicher und ich rufe meinen Vater an. Er hat einen französischen Kollegen, der sich für die Kommunikation mit der französischen Bahn bestens eignet. Die Antwort ist ernüchternd: Die französische Bahn kann nicht bestätigen, dass heute ein weiterer TGV fährt und empfiehlt, erst zwei Tage später zu fahren. Das ist schlicht unmöglich, da auch meine Assistentinnen mal eine Pause brauchen und eigentlich schon verplant sind. Von der deutschen Bahn erfahren wir ebenfalls, dass kein Zug mehr fährt. Wir sind bedient und am schlimmsten ist die Ungewissheit.

der Stress hat Spuren hinterlassen 🙂

Aber es hilft ja nichts und wir bereiten uns auf den Ernstfall vor. Bei der Unterkunft in Barcelona fragen wir an, ob wir theoretisch länger bleiben können. Das würde gehen, aber wir präferieren eher die Lösung, eine Nacht in Paris zu bleiben. Unsere Nerven sind ganz schön angespannt und wir versuchen, uns vor dem Bahnhofsgebäude etwas abzulenken. Das gelingt nicht wirklich gut und ich mache fast einen Unfall, indem ich eine hohe Bordsteinkante übersehe und meinem Rollstuhl fast zum Umkippen bringe.

Ein ungeplanter Zwischenstopp in Paris kann sich lohnen

Die Lösung mit Zwischenstopp in Paris ist zwar nicht ideal, aber als wir die Gewissheit haben, dass der Zug tatsächlich fährt, sind wir sehr erleichtert. Bleibt nur noch eine Sorge: Wo schlafe ich in Paris? Ich schreibe meinem Papa eine Nachricht, dass uns der französische Kollege noch mal helfen muss. Nach einer Stunde kommt die erlösende Nachricht: Ein Doppelzimmer ist für uns reserviert im Holiday Inn, genau gegenüber vom Gare de l’Est. Das ist sozusagen die Rettung, da ich am nächsten Tag sehr früh am Bahnhof sein muss. Dann sind die Chancen höher, dass ich noch einen Rollstuhlplatz bekomme. Die Bahn kann mir denselben für so eine kurze Vorlaufzeit leider nicht garantieren, sodass ich einfach Glück haben muss.

In Paris dauert es noch ganz schön lange, bis ich ausgeladen werde, aber sonst läuft alles ganz gut. Im Hotel lasse ich mich allerdings ziemlich entkräftet ins Bett legen und setze mich nur für einen kleinen Snack noch mal in meinen Rollstuhl. Mittlerweile sind wir wieder erstaunlich entspannt und genießen die Aussicht aus unserer „Spontan-Residenz“ auf den Bahnhof. Plötzlich klingelt mein Handy und mein Papa ist dran: „Wo seid ihr denn?“, Ich: „Naja, im Holiday Inn“, mein Papa: „Schon klar, ich meine in welchem Stock, ich stehe unten!“ Wie genial ist das denn, mein Papa ist öfter geschäftlich in Paris und diese Woche ist natürlich Paris-Woche. Ein Teil der Familie trifft sich also mal eben spontan in Paris 🙂 🙂 🙂 Wir haben ein „Riesen-Hallo“ und es gilt natürlich nur ein Thema. Außerdem bekommen wir noch ein paar Insider-Tipps, auf was wir am nächsten Morgen am Bahnhof achten sollen.

Da wir nur über die Straße müssen, sind wir am nächsten Morgen tatsächlich überaus pünktlich im Bahnhofsgebäude. Da wir eine Bestätigung der spanischen Bahn zu dem Zugausfall haben, läuft alles problemlos. Bei der Servicestelle für Menschen mit Behinderung kümmert man sich sofort um uns. Wir bekommen sogar noch einen Hinweis, wo ich mir die Unkosten für den Zwischenstopp lassen kann. Dann bringt uns der gute Mann schon ans Gleis zum bereits wartenden Zug, das Ende unserer Odysee nähert sich tatsächlich dem Ende. Nur der Zugführer scheint etwas dagegen zu haben. Er hat ernste Bedenken, mich mitzunehmen, „da Sie ja in Mannheim nicht mehr aussteigen können“. Er macht sich große Sorgen, dass sich das Zugniveau zu weit unterhalb vom Bahngleis befindet und ich die Schräge kaum überbrücken kann. Zum Glück kann ich ihn beruhigen: „Das ist kein Problem, in Karlsruhe war die Situation genauso und mein Rollstuhl hat es locker gepackt!“ Dann geht die Fahrt los und wenige Stunden später ziemlich zu Hause.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Kühlen Kopf bewahren, wenn der Zug ausfällt! Irgendwie kommt man immer ans Ziel – auch im E-Rollstuhl

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Liebe Bahnangestellte: Lassen Sie am besten den E-Rollstuhlfahrer selbst entscheiden, wo er es sich zutraut, auszusteigen.

Was danach geschah:

Zuhause ließ ich die erlebten Eindrücke sacken. Eine Woche später arbeitete ich die ganze Sache auf und stellte einen Antrag bei der französischen Bahn, um die Unkosten durch den Streik ersetzt zu bekommen! Dann stellte ich einen Antrag beim Servicecenter Fahrgastrechte der Deutschen Bahn. Obwohl ich das PDF-Formular sehr sorgfältig ausfüllte und alle Kopien selbiger Tickets mit schickte, war die Antwort sehr ernüchternd. Das Servicecenter hatte jeweils nur die Zeitverzögerung der Einzelstrecken berücksichtigt und nicht die der Gesamtstrecke bzw. Gesamtreise, bei der die Zeitverzögerung bekanntermaßen einen Tag betrug!! Ich ärgerte mich aber nur kurz und beschloss, nicht aufzugeben. Ein Anruf beim Servicecenter fahrgastrechte brachte mir zwar nicht ein, aber ich bekam den Tipp, den Fall bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. einzureichen. Das zog zwar ein weiterer bürokratischer Akt nach sich, dafür würden sich jetzt Rechtsexperten damit befassen. Das Schlichtungsverfahren ist zwar kostenlos, man muss jedoch mit einer sehr langen Wartezeit rechnen. In meinem Fall hat sich das Warten mehr als gelohnt, da ich tatsächlich die Hälfte des Preises für die Rückfahrt gut geschrieben bekam.

Außerdem war es mir ein Anliegen, der Deutschen Bahn ein Feedback zur Reiseorganisation zu geben. Die Mobilitätszentrale leitete meine Anfrage an den Kundendialog weiter und ich bekam tatsächlich eine sehr höfliche und sachdienliche Auskunft. Meine Anmerkungen zur Verbesserung wurden dankend angenommen und es wurde mir versprochen, dass die deutsche Bahn diese Defiziten verbessern möchte. Na dann mal schauen, die nächste Reise folgt bestimmt… Zumindest ist es sehr erfreulich, dass Kritik angehört und an Verbesserungen gearbeitet wird.

Wichtige Links:

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V.: https://soep-online.de/index.html

Servicecenter Fahrgastrechte: https://www.fahrgastrechte.info/Fahrgastrechte-Info-Ein-Service-der-Eisenbahnverkehrsunternehm.6.0.html

https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrechte/fahrgastrechte_schlichtung.shtml

Reklamation Französische Bahn: svcservicereclamation@sncf.fr

Teil 5: Spaß muss sein- Mit dem E-Rollstuhl auf den Sandstrand

Der Strand von Barcelona darf auf keinen Fall bei meiner Reise fehlen. Es ist ein würdiger Abschluss meines Aufenthalts. Nach dem Besuch im Meerwasser-Aquarium sind wir bereits am Hafen von Barcelona. Wir bestaunen einige Luxusyachten, vor allem diejenige mit Hubschrauberlandeplatz -verrückt wie viel Luxus Mensch braucht… Dann lege ich noch einige 100 m am Hafen zurück, irgendwann beginnt die Strandpromenade, an der zahlreiche Verkäufer Schmuck, Tücher und sonstige Kleinigkeiten an den Mann bzw. die Frau bringen wollen. Um schneller an den Sandstrand zu gelangen, nehmen wir eine Abkürzung durch ein kleines Stadtviertel, in dem man die Meeresluft regelrecht einatmen kann … Wenig später erblicken wir nur noch Sand und Meer. Über einen Weg aus Holzpaneelen gelange ich auf dem Strand näher ans Meer. Ich fahre weiter bis ans Ende des Weges und habe sofort nur noch einen Gedanken: Einmal möchte ich auf dem Sand mit meinem E-Rollstuhl ein paar Pirouetten drehen.

Mithilfe meiner Assistentin fahre ich ganz vorsichtig den Absatz von den Holzpaneelen herunter und stehe auf Sand. Mit ein bisschen Anschubhilfe nehme ich Schwung auf und die Fahrt geht los. Es funktioniert erstaunlich gut und am besten ist es, wenn ich nicht abstoppe. An einer Stelle, wo der Sand etwas weicher ist, fahre ich eine Kurve und mache ein bisschen langsamer-eine schlechte Kombination 🙂 ein Hinterrad meines Rollstuhls dreht durch. Aber mit vereinten Kräften schaffen es meine Assistentinnen, dass der Rollstuhl weiterfährt. Nach dem dritten Mal „Stecken Bleiben“ ist Schluss mit lustig!

Genug habe ich aber immer noch nicht und fahre weiter an der Strandpromenade entlang, die jetzt wie eine topfebene Rennbahn vor mir liegt. Ich reize es voll aus und mir wird witzigerweise genau jetzt das erste Mal bewusst, dass mein Rollstuhl viel schneller läuft wie gedacht – ich bin begeistert. Scheinbar hat es der Rollstuhlhersteller gut mit mir gemeint und die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Motors nicht gedrosselt. Ein paar Meter weiter gelange ich dank einer breiten und nicht besonders steilen Rampe problemlos von der Promenade bis auf den Sandstrand hinunter. An dieser Stelle ist es bis direkt ans Meer geteert und ich genieße es in vollen Zügen. Kurz bevor wir den Heimweg in Angriff nehmen wollen, treffe ich einen netten E-Rollstuhlfahrer aus Belgien. Es stellt sich heraus, dass er dieselbe Erkrankung wie ich hat und um einiges jünger ist. Als wir uns verabschieden, erzählt er mir noch von seinem Stadionsbesuch beim FC Barcelona und ich bin ehrlich gesagt etwas neidisch. Schade, dass ichdieses Highlight verpasst habe. Allerdings bin ich noch ganz beschwingt von meiner Strand-Tour und freue mich auf meinen letzten Barcelona-Abend.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Mit dem richtigen E-Rollstuhl ist auch die Fahrt auf Sand möglich. Für Risiken und Nebenwirkungen übernehme ich keine Verantwortung.

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Die Strandpromenade und der Strand von Barcelona sucht dringend Nachahmer 🙂

Fotos: David Schäfer und privat