Teil 2: Die große Frage nach der geeigneten Unterkunft

Eine ganz entscheidende Frage für den Barcelona-Aufenthalt war die nach der richtigen Unterkunft. Bei der Suche danach habe ich es mir nicht leicht gemacht: Nach guten Erfahrungen mit airbnb-Wohnungen in London und Paris versuchte ich, dieses kostengünstige Modell auch für Barcelona zu wählen. Allerdings musste ich nach tagelanger erfolgloser Suche einsehen, dass es keinen Zweck hatte. Da Barcelona sehr eng bebaut ist, sind die Wohnungen alle eine Nummer kleiner als in Deutschland und in der Regel nicht für E-Rollstühle ausgelegt. Also griff ich letztlich doch auf die mir mehrfach empfohlene Apartment-Hotelanlage MIC Sant Jordi mit vollständig rollstuhlgerechten Ferienwohnungen, Kochmöglichkeit und direkter Anbindung an das U-Bahn-Netz zurück.

vor der Appartment-Anlage

Da vollumfängliche Barrierefreiheit immer mehr kostet, wurde es leider etwas teurer, aber im Nachhinein war es ein echter Glücksgriff. Vor allem meine ReisebegleiterInnen waren ziemlich begeistert, da es für sie ein separates Assistenzzimmer mit Bad gab. Für mich stand ein elektrisch verstellbares Pflegebett bereit, was meiner Assistenz sehr zugute kam. Bislang hieß es immer eine Woche Rücken strapazieren wegen viel zu niedrigen airbnb- und Hotelbetten. Außerdem war das Apartment sehr geräumig, sodass sogar noch ein guter Kumpel von mir bei uns wohnen konnte, der seinen Kostenanteil übernahm.

Wohn- und Essbereich

Es war jeden Abend ein schönes Gefühl, in die Unterkunft zurückzukommen. Dort bekamen wir freundlich über alles Notwendige Auskunft inklusive Freizeittipps und es war problemlos möglich, Wäsche zu waschen. Gebucht habe ich das ganze sehr unkompliziert über die Organisation Barcelona-Enabled, die Menschen mit Behinderung bei der Planung und Durchführung ihres Aufenthalts in Barcelona unterstützt. Meine Fragen stellte ich per E-Mail und ließ mal wieder wie immer kein Detail aus. Trotzdem bekam ich jede Frage schnell und kompetent beantwortet.

Meine persönliche E-rkenntnis des Tages: Eine speziell rollstuhlgerecht ausgestattete Ferienwohnung ist eine tolle Sache.

Die E-Gebrauchsregel des Tages: Lass einen E-Rollstuhlfahrer so viele Fragen zur Unterkunft stellen wie er möchte: Denn er ist darauf angewiesen und außerdem gibt es sowieso keine blöden Fragen!

Fotos: Florian Müller